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Bedeutung der Worte
‹Gewahrsein›, ‹Bewusstsein› und ‹Bewusstheit›

Es ist ein neueres Wort unserer Sprache: ‹Gewahrsein›. Es steht noch nicht im Duden, nicht einmal in der Online-Ausgabe und auch nicht in Wiktionary, dem Freien Wörterbuch [Stand 7.7.2015]. In spirituellen Kreisen ist es wohl geläufig und ein hohes Wort, verbindet es doch das Wahre mit dem Sein.

Jedem Menschen ist das Erleben von Gewahrsein möglich. Ich bin «mir selbst» gewahr und erlebe das, was wahr und wahrhaftig ist: Das Licht, das in meine Augen fällt, den Schall, der in meinen Ohren klingt, die Stoffe, die mein Nasen- und Mundraum registriert, das, was ich mit meiner Haut berühre, die Ausdrücke meines Körpers, die Gedanken in meinem Verstand, das Gefühl, das gerade in mir ist, das Feld, das mich umgibt und das ich auch bin, und in all diesem mich selbst, den Erleber all dieser Ein- und Ausdrücke. Im Gewahrsein erlebe ich mich im Raum ausgedehnt, denn ich bin mehr als der Körper, die Gedanken, die Gefühle, der Schall, das Licht, das Feld, …

Zumeist leben wir nicht im Gewahrsein. Sobald ich ‹in Gedanken› bin, überdeckt der Inhalt der Gedanken das wahre, wirkliche Erleben. Der Inhalt der Gedanken ist zumeist nicht wahr und nun bin ich von mir selbst abgelenkt. «Im Gewahrsein» ist das eigene Bewusstsein vollständig offen und weit. Im Betrachten innerer Bilder, im Denken, ist das Bewusstsein auf diesen Anteil des Erlebens reduziert. Das Erleben des Gewahrseins setzt das Heraustreten aus dem Denken voraus.

Auch in den anderen Lebenszentren Körper und Fühlen kann sich Bewusstsein konzentrieren und auch hier die Wahrnehmung nur noch auf einen kleinen Teil des Gesamterlebens beschränken. Schritte zum Gewahrsein sind immer das Weiten des Bewusstseins zum gleichzeitigen Wahrnehmen aller Ströme des Erlebens zugleich, entweder erreicht durch ein willentliches Heraustreten aus einer Konzentrierung oder im achtsamen, entspannten Verweilen, in dem sich das Bewusstsein aus sich selbst heraus weitet.

Ge-wahr-sein. ‹Ge› ist die Vorsilbe der Manifestation: Aus ‹backen› wird ein Gebäck, aus ‹bauen› ein Gebäude, aus ‹denken› ein Gedanke, aus ‹dichten› ein Gedicht, aus ‹fahren› ein Gefährt, aus ‹fühlen› ein Gefühl, aus ‹fassen› ein Gefäß, aus ‹riechen› ein Geruch, aus ‹schmecken› ein Geschmack, aus ‹wehren› ein Gewehr, aus ‹lachen› ein Gelächter, aus ‹lieben› ein Geliebter und eine Geliebte…

‹Gewahrsein› ist die Manifestation des wahren Seins.

Bewusstsein ist das sich immer wieder weitende und konzentrierende Organ des (einzelnen) Seelengeistes. In der Konzentration des Bewusstseins gelangt nur einen Teil des gesamt möglichen Erlebens in das persönliche Wahrnehmen.

Gewahrsein ist der Zustand, sich selbst in seiner heute als Mensch möglichen Ganzheit zu erleben, die Manifestation des (eigenen) wahren Seins und damit geweiteten Bewusstseins des (noch einzelnen und zugleich verbundenen) Seelengeistes.

Bewusstheit ist das Bewusstsein aller Wesen als eines zusammengenommen. Im tiefen Innern sind wir nicht getrennt und nur die eine, einzig existierende Lebendigkeit. Bewusstheit ist das grenzenlose Bewusstsein dieser einen Lebendigkeit.

PS: «(engl.) awareness: ‹Bewusstsein› oder ‹Gewahrsein›, auch übersetzt als ‹Bewusstheit›, zur Betonung der aktiven Haltung, ferner auch ‹Aufmerksamkeit›; in der Gestalttherapie sowohl eine absichtslose, aktive, innere Haltung der Aufmerksamkeit/Achtsamkeit, als auch eine mehr gerichtete Form der Aufmerksamkeit/ Achtsamkeit, die sich auf alle Phänomene der Wahrnehmung und des Erlebens bezieht.» [aus: wikipedia.de]

«Die im Westen bekanntesten buddhistischen Meditationsformen sind Vipassana und Zazen. Beide Schulen lehren das nicht wertende und absichtslose Gewahrsein im Hier und Jetzt, ohne an Gedanken, Empfindungen oder Gefühlen zu haften.» [aus: wikipedia.de, Stichwort: ‹Spiritualität›, Absatz: ‹Buddhismus›]

PS 2: Auszüge aus den Gesprächen mit Ramana Maharshi:

«Awareness is your nature. In deep sleep or in waking, it is the same. How can it be gained afresh?» [8. Feb. 1937, Gespräch 354]

«So you see that it is wrong to suppose that awareness has passing phases. The Self is always aware.» [8. Feb. 1938]

«The Truth is that Self is constant and unintermittent Awareness. The object of enquiry is to find the true nature of the Self as Awareness. Let one practise enquiry so long as separateness is perceived. » [10. Feb. 1938]

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veröffentlicht am 14.2.2015, letzte Änderung am 18.10.2016 um 23:30 Uhr

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